camerata-ulm GbR

SÜDWESTPRESSE vom 2. Januar 2014

"Camerata bietet bravouröses Silvesterkonzert"

Nicht jeder braucht Radetzky, Party und Böller zum Jahreswechsel. Wer es beschaulicher mag,für den ist das Silvesterkonzert im Kornhaus ein "Muss". Bereits zum dritten Mal bot die renommierte Camerata Ulm außergewöhnliche Werke und eben-solche Solisten auf. Zunächst spielten die 13 Streicher, vorwiegend Berufsmusiker, das zeitgenösische Allegretto aus Karl Jenkis "Palladio". Voller Drive, hörbar von Vivaldi inspiriert, wurde der Ohrwurm als US- Werbespot berühmt. Das selten aufgeführte d-moll Doppel-Konzert des erst 14-jährigen Felix Mendelssohn Bartholdy geriet für die rund 350 Zuhöhrer zum Höhr-Erlebnis. Nach Beifallstürmen war manches "Unglaublich !" zu höhren. Stimmt. Einerseits weil der knapp 40-Minüter der Geniestreich eines Wunderkinds ist, andererseits ob der Virtuosität der beiden Solisten. Mit ungarischem Feuer traf Tamás Füzesi, Erster Konzertmeister der Ulmer Philharmoniker, zwischen filigranem Geigenspiel und Saiten-Häxerei in faszinierender Duo-Partenrschaft auf die international gefragte Anna Kuvaja aud Finland. Sioe brillierte am Staiway-Flügel, mal in perlenden Spielfiguren, mal im Sturmlauf Oktavgriffe hämmernd.                    Die Weiterentwicklung der Romantik charakterisierte die Camerata im zweiten Teil stilsicher in Edward Elgars e-moll-Serenade, Op.20. Der Larghetto-Mittelsatz erschien mit fein dosiertem Streicherschmälz im elegischen Licht. Spannend auch die Begegnung mit Paul Constaninescus postromantischem Dreisätzer von 1955. Mit teils kühnen Harmonien, rumänischem Volksmelos, Ecken und Kanten sowie Solo-Dialogen zwischen Konzertmeisterin Stela Bunea und Cellist Virgil Bunea erwierterte er Höhr-Horizonte. Nach Riesenbeifall und Neuejahrswünschen ein Zugaben-Schmankerl: Stela Bunea ließ in Grigoras Dinicus Bravourstück "Ciocarlia" (Die Lerche) Über dem Streichertepich ihre Solo-Violine mit virtuosem Spielwitz tiriliren. "Super !"-Rufe.

CHRISTA KANAND

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SCHWÄBISCHE ZEITUNG vom 10. November 2013

ERBACH Mit einem musikalischen Hochgenuss hat der katholische Kichenchor S. Martinus in Erbach die Feier seines 175-jährigen Bestehens gekrönt. Eine beeindruckende Aufführung von Wolfgang Amadeus Mozarts feierlicher Krönungsmesse KV 317 im Rahmen des gestrigen
Patroziniumshochamts in der voll besetzten Kirche stellte den Höhepunkt des Jubiläumsjahrs dar. „Der Chor hat sich damit sein schönstes Jubiläumsgeschenk gemacht“, stellte Pfarrer Dietmar Krieg am Ende des Festgottesdienstes zu Ehren des Kirchenpatrons fest, und die Besucher applaudierten begeistert einem einmaligen kirchenmusikalischen Ereignis, wie man es hier nicht alle Tage erlebt..
Unter der Leitung von Volker Konstantin Unseld boten Chor, Solisten und Orchester eine verblüffende Leistung von beeindruckender Geschlossenheit. Vollendet harmonierten Christine Rockenbachs strahlender Sopran, Susanne Otts samtweicher Alt, Girard Rhodens klarer Tenor und Sönke Morbachs runder Bass mit dem homogenen Chor- und Instrumentalklang. Die aus Streichern bestehende Camerata Ulm wurde ergänzt durch die Bläser Hans-Peter Schwab, Kuno Högerle (Trompete), Adriana Orlandi, Achim Schmid-Egger (Horn), Ruth Unterkofler, Nina Witt (Oboe) und Lukas Gruber (Fagott) sowie Matthias Schurr an den Pauken.
Eine weitere solistische Leistung erbrachte Christine Rockenbach zum Schluss in Mozarts
Sopranarie „Laudate Dominum“ KV 339,5 als Ergänzung. Eine solche erübrigte sich in früheren
Zeiten, als bei Hochämtern nicht die Kommunion ausgeteilt wurde und die Messe nach dem Agnus Dei mit Schlussgebet und Segen beendet war. Entsprechend hat Mozart den Passus „Dona nobis pacem“ nicht als Bitte sondern als triumphales Finale gestaltet. An der Orgel wirkte mit Annette Stengele

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SÜDWESTPRESSE vom 14. November 2013

"Schönstes Jubiläumsgeschenk"
ERBACH: Mit Mozarts "Krönungsmesse" hat der katholische Kirchenchor Erbach sein 175-jähriges Bestehen gefeiert. Die Zuschauer in der restlos gefüllten Martinskirche waren von dem Konzert sichtlich begeistert.
Minutenlangen Applaus gab es in der Erbacher Martinskirche für den Kirchenchor, das Orchester und die Solisten.

"Der erste Tenor sang ganz gemütlich mit dem Sopran, und der zweite Tenor mit dem Alt; die Bässe hielten zusammen oder unterstützten zuweilen die Melodie in Oktaven." So beschrieb der damalige Leiter Anton Baal den Chor der katholischen Kirchengemeinde St. Martin wenige Jahre nach der Gründung. Und war ganz offensichtlich davon wenig angetan: "Widerlich" habe diese Mischung geklungen, stellte der Schulmeister und Chorleiter fest. Weit davon entfernt - und rund 170 Jahre später - war der Auftritt des Kirchenchors am Wochenende in der Martinskirche: Der Chor feierte sein 175-jähriges Bestehen, und die Kirchengemeinde
zugleich ihr Patroziniumsfest zu Ehren des Heiligen Martin.
Unterstützt von den Solisten Christine Rockenbach (Sopran), Susanne Ott (Alt), Girard Rhodens (Tenor) und Sönke Morbach (Bass), Bläsern, Pauken und dem Ulmer Streichensemble "Camerata" bot der Chor mit der Aufführung von Wolfgang Amadeus Mozarts"Krönungsmesse" ein großartiges Konzert. Unter Chorleiter Volker Konstantin Unseld meisterten Profis und Laien gemeinsam alle noch so schwierigen Passagen.
Die Besucher waren sichtlich berührt von der beeindruckenden Aufführung, wie sie in der Erbacher Schlosskirche wohl noch selten zu hören war. Zu Recht honorierten die in Gängen und auf den Treppen der Empore stehenden Kirchgänger die Musiker am Ende des Gottesdienstes mit minutenlangem Applaus. "Sein schönstes Jubiläumsgeschenk hat sich der Chor mit diesem bewegenden Konzert heute selbst gemacht", bedankte sich Pfarrer Dietmar Krieg.
Nach der Gründung 1838 gehörten dem Chor über viele Jahrzehnte nur Männer an. Frauenstimmen durften deren Gesang lediglich ergänzen. 1964 setzte Pfarrer Anton Kraus durch, dass der Kirchenchor "ein gemischter Chor" ist. Unter dem inzwischen verstorbenen Winfried Spaeth, Leiter von 1968 bis 2010, wuchs der Chor auf zeitweise über 70 Sängerinnen und Sänger an. Heute hat er 45 Mitglieder.
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SÜDWESTPRESSE vom 3. März 2012

In Söflingen singt die Seele mit

„Bach und Co.“ Lautet das Thema in der gut besetzten Söflinger Kirche Mariä Himmelfahrt. Dem widmeten sich der Ulmer Kammerchor, die Camerata Ulm sowie Instrumental- und Vokal-Solisten unter der Leitung von Petra Elze.

Bach und Co.? Neben Kompositionen des Thomaskantors erklangen auch Werke seines Sohnes Johann Christoph Friedrich und seines Schwiegersohns Johann Christoph Altnickol. Zu dessen wenigen erhaltenen Kompositionen gehört die Missa in d-Moll. Deren Kyrie-Satz, der sich zu einer kunstfertigen Chor-Fuge weitet, bildete den Auftakt einer Musizierstunde auf hohem Niveau.

Dank Petra Elzes sorgfältiger Einstudierung verschmolzen der 35-köpfige gemischte Kammerchor, das Streicherensemble und die Vokal-Solisten zu einer homogenen Einheit. Als verlässliche Größe im Dauereinsatz erwies sich einmal mehr die Camerata Ulm unter Konzertmeisterin Stela Bunea. Diese brillierte als Solistin zusammen mit Almut Schmiedel in Johann Sebastian Bachs Doppelkonzert d-Moll. Ob im blühenden Zwiegesang des pastoralen Mittelsatzes über dem Streicherteppich oder im virtuosen Wetteifer – ihrer beider Violin-Spiel holte fein abgestimmt mit dem Tutti ein Maximum heraus.

Im Mittelpunkt stand danach für fast 50 Minuten der um Erbarmen bittende, ja flehende Mensch im „Miserere“ von Johann Christoph Friedrich Bach. In der zwölfteiligen Komposition, die erst 1975 wieder entdeckt worden war , vereinte im Wechsel von Chor- und Soloabschnitten Petra Elzes Dirigat Textklarheit und Ausdruckstiefe, Präsenz und Wohlklang. Neben der mit warmem Soprangold herausragenden Magda Cerna waren stimmschön Anita Hartinger (Alt), Hansjörg Straub (Tenor) und Michael Burow-Geier (Bass) maßgeblich beteiligt. Bewegende Momente, die Seele sang mit.

Christa Kanand

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SÜDWESTPRESSE vom 2. Jan.2012

Mit Schwung ins neue Jahr

Sternstunde der Kammermusik: Das Streichorchester Camerata Ulm präsentierte Juliane Horvath, Harfe, und den Klarinettisten Thomas Weißschnur.

Christa Kanand

Neues Jahr, neues Glück? Zumindest musikalisch ging bei der Camerata die Rechnung auf. Obwohl gewiss mancher mehr Silvester-Flair oder ein paar verbindliche Wort im vollen, aber enttäuschend schmucklosen Kornhaussaal erwartet hätte. Dennoch sollte es dank zweier junger Gast-Solisten, die ihre Wurzeln in Ulm haben, eine Sternstunde der Kammermusik werden, wobei die Camerata als stilsicheres, exquisit musizierendes Streichorchester der heimliche Star war.

Mit Eleganz im Rhythmus und leuchtendem Ton boten die 13 diplomierten Streicher, die seit 2007 zu einem homogenen Ensemble verwachsen sind, eingangs Mozarts Divertimento in F, KV 138. Wobei sie das klangliche Chiaroscuro betonten und nach einem Anflug des Auseinanderdriftens im Andante mit packendem Verve das Allegro zu einem Vergnügen werden ließen.

In eine verzaubernde Traumwelt entführte die gerade 18 Jahre alte Harfenistin Juliane Horvath, die schon seit drei Jahre Medizin in Ulm studiert. In zwei Dances von Claude Debussy gab das zerbrechlich wirkende Persönchen der flirrenden Sinnlichkeit mit enormer Fingerfertigkeit im glitzerndem Passagen- und Laufwerk auf dem Streicherteppich Ausdruck.

Nordeuropäisches Kolorit und englische Volkstanz-Anklänge dominierten Gustav Holsts vierteilige St. Paul’s Suite, in der auch die tiefen Streicher markig auftraten. Mit blühendem Ton faszinierte Konzertmeisterin Stela Bunea in der sehnsuchtsvollen Solo-Kantilene des Intermezzos. Im mitreißenden Finale wurde wie im Country-Stil gefiedelt, was das Zeug hielt.

Webers Klarinettenkonzert B-Dur mit Thomas Weißschnur war Extra-Klasse. Der international gefragte 31-Jährige Virtuose zeigte brillante Technik. Im langsamen Satz waren berückend verhauchte Pianissimo-Effekte zu hören: Was für ein künstlerisches Format! Begeisterungsrufe und Trampelsalven erwirkten die Solokadenz aus Coplands Klarinettenkonzert.

Paprika-Feuer, Zigeunermelodien und Streicherschmelz in Leó Weiners Divertimento nach alten ungarischen Tänzen folgte als krönende Zugabe Montis rasanter Czárdás: ein schwungvoller „Rausschmiss“ ins Neue Jahr, den Ovationen im Stehen belohnten.

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SÜDWESTPRESSE vom 16. Feb 2010 Kubanische Lebenslust mit der Camerata: Groß in Form: Die Camerata Ulm, das Stuttgarter Vibración Quartett und Solist Holger Koppitz konzertierten im Haus der Begegnung. 25 Grad warm ist es jetzt auf Kuba. Auch die "Cuban Impressions" von Gregor Hübner heizten im Haus der Begegnung ein, wobei die Camerata Ulm und das Suttgarter Vibración Quartett gemeinsame Sache machten. Unter den 20 recht bekannten hiesigen Berufsmusikern spielte auf dem Podium im großen Saal Percussion-Solist Holger Koppitz eine Hauptrolle. Das hört man nicht alle Tage: Samuel Barbers neuromantisches, sehr elegantes Adagio for Strings op.11 als Aufwärmprogramm. Doch die 2007 gegründete Camerata ist für Überraschungen immer gut. Und für Entdeckungen. Zum Prinzip geworden ist auch die bunt gemischte Werkwahl, die auf breites Publikumsinteresse stieß, ebenso die Zusammenarbeit mit jungen Künstlern. Groß in Form machten alle Musik für eine gute Sache-zu gunsten der Aktion 100.000 und Ulmer Helft. Zunächst widmete sich die Camerata Griegs Suite "Aus Holbergs Zeit". Homogen, mit Streichereleganz und leuchtendem Gesamtklang spielten die Musiker die nordische Melancholie. Beseelt das "Air" im Herzschlagtempo sowie das liedhafte Solo von Konzertmeisterin Stela Bunea und Klaus Brannath (Bratsche) im finalen Rigaudon-Satz. Wie ein Spieluhr wirkte die Bearbeitung von Vivaldis Concerto Nr. 5, in der Holger Koppitz auf dem Vibraphon der originalen Flötenpart übernahm. Fingerflink und feinfühlig nuancierend bei Echo-Wiederholungen agierte er auf barockem Streicherteppich. Ein Kabinettstückchen. Auf nach Kuba, zu den sechssätzigen "Cuban Impressions" des Weltklasse-Jazzers Gregor Hübner: 35 Minuten Lebenslust, Latino-Flair und Tanz. Für die vertrackte Polyrhythmik wechselte Virgil Bunea vom Cello ans Dirigentenpult, Holger Koppitz wurde zum perkussivem Rückgrat auf den Congas. Zwar fehlte es der braven Camerata an legerem Charme, doch das Vibración Quartett, in dem sich besonders Oana-Sabina Bunea und (Violine) und Heiko Nonaka (Violoncell solistisch profilierten, machte das mit Improvisationsfeeling, einem Klangspektrum zwischen Geigenschmelz, Geräuschen und sphärenhaften Tönen locker wett. Nach Begeisterungsstürmen wurde der salonhafte "Cuban Song" wiederholt. (Christa Kanand)

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SÜDWESTPRESSE vom 17.Feb. 2009 CAMERATA ULM MIT SPANNKRAFT UND FEINSINN Mit jugendfrischem Haydn und überraschend unromantischem Tschaikowsky gefiel die Camerata Ulm beim Konzert zu Gunsten der Aktion 100.000 und Ulmer Helft. Recht frisch ging das Streicherensemble Vivaldis Concerto Grosso Nr. 11 an, mit dichtem Unisono und nobel exponiertem Solo-Violinen. Das Werk schien wie geschaffen, um das organische Zusammenspiel der versierten Intrumentalisten zu demonstrieren. Zauberhauft die Verlangsamung und der Abstieg ins Pianissimo im innigen Adagio, zum Ohrenspitzen die Schattierung des Klangbildes im Finalsatz. Wieviel Schematik in diesem Werk allerdings noch steckt, das wurde erst richtig deutlich, als Haydns Cello-Konzert C-Dur erklang. Nicht die Spur eines gemütlichen "Papa Haydn", sondern im Kontrast ein wahrer musikalischer Revolutionär. Eine dynamische und rhythmische Belebung, ein eminenter Zugewinn an Klangplastizität, die das Ensemble couragiert, mit Feinsinn und Spannkraft entfaltete. Das war die passende Vorlage für Mario De Secondi, der seinen Cello-Part mit jugendfrischem Schwung und vitaler Musikalität anging. Betörend allerdings sein Gesang im Adagio, mitreissend und voller Elan die keineswegs auf reinen Schönklang gespielten Kadenzen. Wahrlich funkelnd der Schlusssatz mit seiner ausholenden finalen Steigerung. Fast klassisch klar klang schließlich die Tschaikowsky-Serenade in C-Dur op.48. Und absolut überzeugend, wie das Ensemble das spannungsvolle Wechselspiel der instrumentalen Gruppen ins Werk setzte. Sensibel, farbig, durch hörbar und voller Musizierlust bis ins temperamentvoll Prestissimo-Finale. Viel Beifall. 

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SÜDWEST PRESSE 5 Feb.2008 KONZERT /DieCamerata Ulm im Haus der Begegnung "Der pure Wohlklang" Das präsentierte neben jungen Talenten auch eine Uraufführung. CHRSTA KANAND Der Riesenandrang übertraf alle Erwartungen. Der Kleine Saal des Hauses der Begegnung war ausverkauft, Dutzende von Zuhorern fanden nur im Foyer einen Platz. Das Konzert begann mit zehn Minuten Verspatung. Die gebotene Musik ließ aber alle Hektik schnell vergessen. Schon beim Auftakt mit Mozarts Divertimento (KV 136) hing der Himmel voller Geigen. Und was das neugegründete Streichorchester um Stela Bunea als Primaria in dieser galanten, im besten Sinn hofischen Unterhaltungsmusik versprach, das hielten die 13 Musiker das zweistündigen Prograrnm zu Gunsten der Aktion 100.000 und UImer helft über: Dieser reine Wohlklang war ein Divertimento - ein Vergnügen. Und daran hatten die trefflichen Gäste ihren Anteil: Zunächst Georg Pfirsich aus München, Jungstudent beim Professor Igor Ozirns Hochbegabtenklasse an Salzburger Mozarteum und schon ein gefragter Solist. Ganz Himmelsstürmer imponierte der 18-jahrige Gymnasiast frei von eitlen Effekten mit kraftvollleuchtendem Violin-Ton und atemraubender, virtuoser Fingerfertigkeit auswendig in "Der Winter" aus Vivaldis Dauer-Hit "Die vier Jahreszeitent. Klirrende Kalte, Zahneklappern, innig-beseelter Largo-Satz und tropfelnde Pizzicati zogen in den Bann der hochbarocken Tonmalerei. Ihre exquisite, durchhorbare Klangkultur belegte die Camerata auch im dichten Wechsèl von Soli und Tutti in -Boccherinis "Fandango" in dem Almut Schmitts (verstarkte) Gitarre souveran die Hauptrolle spielte. Grazie und Eleganz, oft mit wehmütigem Unterton wichen im Schlusssatz mit seufzenden Celli-Glissandi und feurig-vitalen Gitarren-Arpeggien dem mitreißenden Drive im Volksmusik-Tonfall. Eine Uraufführung erschloss nach der Pause die Neuzeit: Mao Wei Guo dirigierte energiegeladen, akzentsetzend sein gemaßigt modernes "Symphonisches Capriccio.Das rund 15-minüitige Werk vereinigt in drei stilistisch bewegten Attacca-Satzen große atmosphärische Kontraste: Tutti-Passagen im Breitwandformat, bedrohliches Brausen der tiefen Streicher und immer wieder luftig-fllirrende Reminiszenzen an die chinesische Heimat. Bittersüße Melancholie. Ins winterliche Buenos Aires entführte Oana-Sabina Bunea., die 24-jahrige Studentin der Musikhochschule Stuttgart mit viel Erfahrung als Orchestermusikerin und Solistin, in Piazzollas "Invierno Porteno". Voller Esprit und farbenreichem Expressivo kostete Ihre Geige mal schluchzend, mal jubelnd die bittersüße Melancholie, die rhythmisch rasanten wie die poetischen Seiten des Tangokonigs aus. Das eher unbekannte "Divertimento" nach alten ungarischen Tanzen von Leo Weiner, einem Uberlebenden des Budapester Ghettos, bot das Camerata-Team im saftigem Zugriff zum Schluss. Und weil der heiße Ritt über die Puszta mit seinen Wendungen ins Salonhafte so schon war, wurde der zweite Satz als Zugabe wiederholt. 

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